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Pressekonferenz November 1994 II PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: François Reusser   
Dienstag, 01. November 1994 00:00

Hanf das nützliche Unkraut

 

Beim gemeinsamen Papier der SPS, FDP und CVP fällt auf, dass zum Thema leichte Drogen kein Wort zu finden ist. Die Anzahl der Konsumentinnen und Konsumenten von harten Drogen wird auf ca. 30'000-50'000 geschätzt. Die Anzahl der regelmässigen Konsumenten und Konsumentinnen von weichen Drogen wird auf ca. 200'000 geschätzt, daneben kommen noch ca. 300'000, welche gelegentlich oder früher konsumiert haben.

Darf da in einem gemeinsamen Papier zur Drogenpolitik das Thema weiche Drogen fehlen? Wir halten es für vollkommen unangebracht, die Drogendiskussion neuerdings auf die harten Drogen zu reduzieren und so zu tun, als wäre das Problem mit weichen Drogen bereits gelöst. Jährlich werden Tausende, vor allem junge Menschen, in unserem Land kriminalisiert, weil sie wegen Konsum, Besitz oder Weitergabe von weichen Drogen mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In Einzelfällen kann dies für die Betroffenen schlimme Folgen haben. Die Droge Hanf ist weit weniger gefährlich als ihre Kriminalisierung.

Es ist absurd, einerseits Versuche mit der Abgabe von harten Drogen durchzuführen und eine Erweiterung dieser Versuche zu planen und gleichzeitig an der Strafbarkeit des Konsums von weichen Drogen festzuhalten. Noch absurder ist das faktische Verbot des Hanfanbaus. Zwar ist der Hanfanbau in der Schweiz grundsätzlich legal, wegen der Möglichkeit des 'Missbrauchs' der Blüten aber suspekt und somit praktisch verunmöglicht.

Dabei würde der Hanfanbau in der Schweiz viele Vorteile bieten. über Jahrhunderte wurde in Europa und insbesonders in der Schweiz Hanf kultiviert. Bis weit in dieses Jahrhundert hinein wurde Hanf in vielfältiger Weise (Papier, Textil, Seil, etc.) genutzt.

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Hanfanbau vom ökologischen und vom ökonomischen Standpunkt her äusserst wünschbar wäre:

1. Hanf ist so robust, dass er ohne Pestizide und Fungizide auskommt. Er enthält eigene Abwehrstoffe. Die Böden werden bereichert, statt ausgelaugt.

2. Hanf ist gut für das Klima; aufgrund seines sehr hohen Chlorophyll-Anteils gehört er zu den Spitzenreitern bei der CO2-Assimilation (Photosynthese).

3. Aus Hanfsamen kann das äusserst gesunde Hanföl gewonnen werden. Der ölertrag übertrifft alle bei uns anbaubaren ölpflanzen, selbst den Raps.

4. Die Fasern sind besonders reissfest und feuchteresistent. Neben der Textilherstellung sind sie vor allem im technischen Bereich nutzbar.

5. Bei der Papierherstellung weist Hanf gegenüber Holz Vorteile in Qualität (Lebensdauer siehe Gutenbergbibel), Umweltverträglichkeit und Ertrag pro Hektar auf.

6. In Pharmazie und Medizin können Hanfprodukte in vielfältiger Weise eingesetzt werden.

Um den Hanfanbau und die Legalisierung der weichen Droge Hanf voranzutreiben, hat sich, teilweise aus dem Umfeld der DroLeg, eine Gruppe zusammengefunden, welche ein konkretes Anbau- und Vertriebsmodell ausgearbeitet hat. Die Umsetzung dieses Modells soll in zwei Schritten erfolgen. In der ersten Phase wird das Modell getestet, dabei werden Erfahrungen über die Konsumentinnen und Konsumenten und das Konsumverhalten gesammelt. Ausgehend von den Resultaten dieser Versuchs-phase soll dann das Betäubungsmittelgesetz geändert und ein definitives Handelsmodell eingerichtet werden. Um dies zu realisieren, wurden zwei Körperschaften gebildet, die Genossenschaft HanfPlus und der Verein zur Förderung des Hanfanbaus. Die Genossenschaft HanfPlus hat am 27. September 1994 beim Bundesrat eine Sonder-genehmigung beantragt, um unter dem heute geltenden Betäubungsmittelgesetz THC-haltige Hanfprodukte in festgelegten Mengen zu produzieren, diese an Universitäten für Forschungszwecke zu liefern und an eine ausgewählte Gruppe von Haschischkonsumenten zu verkaufen.

 

 

 

 
Pressekonferenz November 1994 III PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: François Reusser   
Dienstag, 01. November 1994 00:00

Die Initiative

Organisation

Am 13. Februar 1993 konstituierte sich die Arbeitsgemeinschaft für Drogenlegalisierung, die DroLeg. Somit wurde die ursprüngliche Trägerschaft vom Verein gegen gesellschaftliche Gleichgültigkeit (VGGG) durch verschiedene Organisationen, Parteien und Einzelpersonen erweitert. Seither sind weitere Organisationen, Parteien und Einzelpersonen dazugekommen. Heute wird die DroLeg unterstützt von:

Fachverbände:

Verein Schweizerischer Drogenfachleute (VSD), Liga gegen Drogen-prohibition, Zürcher Arbeitsgemeinschaft für Jugendprobleme (Zagjp), Vereinigung unabhängiger ärztinnen und ärzte, Demokratische JuristInnen der Schweiz und das Zürcher Anwaltskollektiv.

Betroffenenorganisationen:

Verein People with AIDS (PWA), Verein Act HIV, Junkiebund, Verband der Elternvereinigungen drogenabhängiger Jugendlicher (DAJ).

Politische Parteien:

Sozialdemokratische Partei der Schweiz, Grüne Partei der Schweiz, Alternative Liste/Züri 1990. div. Kantonalsektionen der Jungliberalen, der jungen FDP, der jungen CVP, Jungsozialisten der Schweiz (Juso), junger LDU der Schweiz.

Diverse Organisationen:

Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH). Einzelpersonen aus dem gesamten politischen Spektrum, mit Ausnahme der Rechtsaussenparteien und der SVP.

Unterschriftensammlung

Der weitaus grösste Teil der Unterschriften wurden von den 24 DroLeg-Regionalgruppen gesammelt. Die meisten Aktivisten in den Regionalgruppen sind Personen welche sich entweder beruflich oder politisch mit dem Drogen-, respektive dem Prohibitionsproblem befassen. Am meisten Unterschriften wurden in der Region Zürich und in der Region Bern gesammelt (ca. 2/3). Die Bereitschaft, unsere Initiative zu unterschreiben, war bei allen Sammelaktionen in allen Teilen der Schweiz gross. Die grossen Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen wiederspiegelt die unterschiedliche regionale Präsenz der DroLeg mehr als die Bereitschaft der Bevölkerung, unsere Initiative zu unterzeichnen. In Lausanne, zum Beispiel, fanden nur 2-3 Sammelaktionen statt. Das Sammelergebnis pro Aktion aber, war ähnlich wie in deutschschweizer Städten.

Weitere Aktivitäten

Neben der Sammeltätigkeit hat die DroLeg vor allem viel PR-Arbeit geleistet. In den letzten 2 Jahren fanden unzählige Podiumsdiskussionen und andere öffentliche Veranstaltungen statt, an denen die DroLeg beteiligt war. Daneben hat die DroLeg 2 Antiprohibitionstage organisiert und durchgeführt.

Gesammelte Unterschriften

Kontrollierte, beglaubigte Unterschriften 106'623
Zusätzliche beglaubigte Unterschriften (Last Minute) ca. 3'000
Unvollständig beglaubigte Unterschriften ca. 2'000
Ungültige Unterschriften ca. 11'000
Nicht zurückgesandte Beglaubigungen ca. 5'000
Nicht mehr beglaubigte Unterschriften ca. 5'000
Total gesammelt ca. 133'000

Aufteilung nach Kantonen

Luzern       4'292
Neuenburg      359
Nidwalden       1'125
Obwalden       257
Schaffhausen   1'183
Schwyz      1'491
Solothurn      3'594
St.Gallen   7'140

 

Tessin     345
Thurgau   1'947
Uri         575
Wallis     1'395
Waadt       444
Zug           1'607
Zürich   40'328
Total  106'623

Die vorliegende Liste entspricht nicht genau den abgegebenen Unterschriften. In den letzten Tage sind noch einige beglaubigte Unterschriften zurückgekommen. Die hier aufgelisteten Zahlen zeigen den Stand vom 22. Oktober 1994.

 

 

 
Pressekonferenz 18. Mai 1993 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: François Reusser   
Dienstag, 18. Mai 1993 00:44

Die heutige Drogenpolitik ist in einer Sackgasse. Eine Neuausrichtung der Drogenpolitik ist dringend erforderlich. Wir streben mit unserer Volksinitiative eine kontrollierte Legalisierung an.

Denn....

....die Repression hat versagt.

....die Drogenprohibition ist gefährlicher als die Droge selbst.

Wir wollen den heutigen illegalen, in der Realität aber quasi freien Markt in einen staatlich kontrollierten Markt überführen.

Die Repression ist nicht das adäquate Mittel für den Umgang mit dem Drogenproblem.

Die Gründe für den Konsum von Betäubungsmitteln sind vielfältig, wichtige Faktoren dabei aber sind die sozialen Bedingungen, der Informationsstand und das Gesundheitsbewusstsein. Da sind Engagement für ein lebenswertes Umfeld, Prävention und Aufklärung gefordert. Repression hilft da nicht. Selbstverständlich spielt auch die Verfügbarkeit eine Rolle.

Nur - die Verknappung von einzelnen Stoffen führt lediglich dazu, dass auf andere Stoffe ausgewichen wird. Die Gesamtmenge der konsumierten Drogen wird nicht wesentlich beinflusst.

Die Repression hat nicht zu einer Verknappung des Angebotes oder der Nachfrage von illegalen Betäubungsmitteln geführt sondern lediglich zur Verelendung der Szene.

Der Konsum von illegalen Betäubungsmitteln ist in den letzten 25 Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Verschärfung des Betäubungsmittelgesetzes im Jahre 1975 hat an dieser Entwicklung nichts geändert.

Die Repression erreicht lediglich, dass ca. 10% der illegalen Betäubungsmittel vom Markt ferngehalten werden kann. Dazu wird ca. 1/3 des gesamten Polizei- und Justizapparates beschäftigt. Experten vertreten die Meinung, dass mit dem Einsatz des gesamten Polizei- und Justizapparates oder einer entsprechenden Aufstockung, das heisst einer Verdreifachung des Aufwandes, die Erfolgsquote auf maximal 50% erhöht werden könnte. Wir würden dann aber in einem Polizeistaat leben, besser kontrolliert als im Gefängnis.

Die Kosten der heutigen Repressionspolitik sind enorm. Den jährlichen Repressionskosten von rund Fr. 202 Mio. stehen aber nur Fr. 17.2 Mio. (andere Untersuchungen sprechen von Fr. 300/30 Mio.) für die Prävention gegenüber. Dabei wären aber Prävention und nicht Repression gefordert.

 

 
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